Die Geschichte des Wanderschuhs

Schon lange ist „das Wandern nicht nur des Müllers Lust“, sondern begeistert die ganze Familie! Bergsteigen, wandern oder einfach spazieren gehen in freier Natur macht Spaß und gilt als besonders gesundheitsfördernd. Allerdings nur  in Wanderschuhen, die sämtliche Qualitätsstandards für einen richtigen und sicheren Auftritt erfüllen!

Das war nicht immer so, denn die Geschichte des Wanderschuhs ist eigentlich noch eine recht junge, die sich erst seit den 70er Jahren zu einem eigenen Schuhwirtschaftszweig entwickelte. Davor trug man zum Wandern Halb- bzw. Arbeitsschuhe. So war der Wanderer unter der Woche in „Wanderschuhen“ bei der Arbeit oder auf dem Feld und am Sonntag schnürte er dieselben zu Wanderstiefeln. Jahrzehntelang waren Wanderschuhe ausschließlich Allzweckschuhe bis daraus in der Wirtschaftswunderzeit eine neue Schuhart wurde, die heute riesige Umsätze schreibt.

Auch im Mittelalter, zur Zeit der Pilgerfahrten, gab es kein besonderes Schuhwerk. Pilgerer, die sich auf die beschwerliche Reise nach Santiago de la Compostela machten, hatten wenig strapazierfähige Schuhe. Man geht davon aus, dass sie sich diese entlang des Pilgerwegs flicken ließen bzw. sich gleich mehrere Paare neu erstanden (aus „Auf Schusters Rappen – Der Wanderschuh im Wandel der Zeiten“. Deutsches Schuhmuseum Hauenstein).

Die ältesten „Wanderschuhe“ der Welt stammen übrigens von der Gletschermumie Ötzi und sind, obwohl einige tausend Jahre alt, äußerst clever konstruiert. Der Mann aus dem Eis hatte einen Innen- und einen Außenschuh gefertigt: innen stopfte er ein Netz aus Grasschnüren mit Heu aus. Diese Füllung hielt seine Füße trotz dünner Bärenleder-Sohle warm. Für den Außenschuh wählte Ötzi Hirschleder. Er trug also Schuhe, deren Prinzip den heutigen Wanderschuhen gleicht: wärmeisolierend und bequem. Doch für lange Märsche durch Schnee und Regen eigneten sich die Schuhe nicht, denn sie waren kaum wasserdicht.

Es hat ungefähr ein halbes Jahrhundert gedauert, im Bereich Wanderschuhe mit Schuhspezialisten, Ärzten und Wissenschaftlern immer revolutionärere Modelle zu erfinden, die auf die individuellen Bedingungen des Wanderers und seines ausgewählten Geländes mit speziellen Ausstattungen und Funktionen eingehen. Die Entwicklung schreitet mit innovativen Produkttechnologien und einzigartigen Konstruktionen kontinuierlich voran.

Tipps beim Kauf von Wanderschuhen

  1. Nachmittags sind Füße “eingelaufen” und in der richtigen Passform für einen Schuhkauf. Schon bei der Anprobe sollte man sich im Schuh wohl fühlen.
  2. Der Wanderschuh passt, wenn der Schaft den Fuß wie eine zweite Haut umschließt und dabei nicht drückt. Zehen dürfen weder beim Bergauf- noch beim Bergabgehen vorne noch oben anstoßen.Sie brauchen ausreichend Platz beim Abrollen des Fußes. Die Zugabe beim Wanderschuh muss unbedingt beachtet werden, um schmerzende Zehen zu verhindern.
  3. Die Ferse muss fest im Schuh sitzen. Sobald die Fersenbox des Schuhs zu weit ist, rutscht der Fuß bei Bewegung nach oben. Das führt zu Scheuerstellen und Blasen.Der Fußballen sollte gut und flach im Wanderschuh liegen.
  4. Sicheren Halt gibt die Schnürung, die fast bis zur Zehenkappe reichen sollte. Ratsam ist es, die Schnürung nach ca. zehn Minuten nochmals nachzuschnüren, da sich der Schuh erst nach einer Weile optimal an den Fuß anpasst. Der Fuß darf nicht abgeschnürt sein, jedoch auch nicht die Möglichkeit haben zu rutschen oder sich seitlich zu bewegen.
  5. Beim Schuhkauf Socken nicht vergessen. So wird der Schuh gleich mit dem richtigen Socken anprobiert.
  6. Wenn ein geeignetes Paar Wanderschuhe gefunden wurde, sollte dieses durch Laufen, Abrollen, Gehen usw. getestet werden.
  7. Der Schuh mit den wenigsten Nähten ist definitiv am wasserdichtesten.
  8. Das Innenfutter sollte, genauso wie die Auswahl des Schuhs, abhängig gemacht werden von dem Haupteinsatzzweck. Das atmungsaktive GoreTex Innenfutter schützt vor eindringender Feuchtigkeit. Der Fuß schwitzt jedoch stärker als mit Innenfutter ohne GoreTex. Bei nassem oder verschneitem Untergrund sind die GoreTex-Schuhe anzuraten.
  9. Beim “Schönwetterwanderern” genügt ein einfacher Voll-Lederschuh oder auch ein Schuhpaar mit Innenfutter aus Textil. Werden die Lederschuhe regelmäßig mit Lederwachs eingerieben, verhindern sie das Austrocknen und schützen bei Nässe.
  10. Imprägniersprays sollten im Schuhschrank nicht fehlen.

Auch des Firmeninhabers Peter Götz größte Leidenschaft ist das Wandern…

…und der Aufenthalt in freier Natur, am liebsten im Wald. Da werden mal ganz locker 50 km am Wochenende gelaufen, natürlich immer mit Hund Ike an seiner Seite. “ Im Wald schalte ich am besten ab. Umgeben von reiner Natur, mit nichts als Vogelgezwitscher im Ohr, hatte ich schon die besten Ideen. Da fließen die Gedanken nur so und Dinge, die vorher unlösbar schienen, relativieren sich und die Lösung kommt plötzlich aus dem Nichts. Außerdem tanke ich Energie in Massen und gehe so entspannt aus dem Wald wie andere nach 3 Wochen Kuraufenthalt.“

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