Woher kommt die Süßkartoffel? Was steckt in ihr? Wie wird sie zubereitet? Was sind die beliebtesten Rezepte? Die irreführende Bezeichnung schreckt viele Hobbyköche ab. Denn das Gemüse ist aus botanischer Sicht mit der bei uns so beliebten Kartoffel nur sehr entfernt verwandt. Zeit, die Zutat unter die Lupe zu nehmen! Alles Wissenswerte rund um den Hipster-Knollen erfahren Sie hier.

Die Herkunft der Süßkartoffel

Die unförmige meist orangene Knolle hat ihren Ursprung in Mittel- und Südamerika und zählt dort zu den Grundnahrungsmitteln. Angebaut wird das herbstliche Gemüse vor allem in China und zählt zu den Haupterzeugungsländern. Die Süßkartoffeln in deutschen Supermärkten kommen hauptsächlich aus Brasilien und Israel. Die Nutzpflanze gehört zu den Windengewächsen und bahnt sich ihren Weg unter der Erde.

Der Vergleich: Kartoffel vs. Süßkartoffel

Beide werden als Kartoffel bezeichnet, doch sind sie sich wirklich so ähnlich?

Während beide zur Ordnung der Nachtschattenartigen gehören, unterscheiden sie sich in ihrer Familie. Die Kartoffel zählt zu den Nachtschattengewächsen und die „süße“ Variante zu den Windengewächsen. Somit sind die beiden Nutzpflanzen aus botanischer Sicht nur entfernt verwandt.

Zudem bevorzugen die beiden Gemüsesorten unterschiedliches Klima. Die Süßkartoffel genießt eher das warme Tropenklima und die gute alte Kartoffel gedeiht am liebsten bei kühlen Temperaturen.

Unterschiede gibt es auch bei der Zusammensetzung. Beide Sorten besitzen einen hohen Anteil an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium und Zink. In Süßkartoffeln steckt allerdings mehr Kalzium, Vitamin C und Vitamin A. Wohingegen die Kartoffel mit einem höheren Anteil Phosphor und Folsäure punkten kann.

Das steckt in der tollen Knolle

Hauptbestandteil der Süßkartoffel ist, wie bei den meisten Pflanzen, der Wassergehalt (ca. 78 %). Den Großteil der Kalorien (ca. 85 Kalorien pro 100 Gramm) liefern die enthaltenen Kohlenhydrate mit ca. 20 %. Ihren süßen Namen erhält die Kartoffel aufgrund des Saccharose-Gehaltes von ca. 4 %. Der weiße Zucker ist nämlich für den süßlichen Geschmack verantwortlich. Fett und Eiweiß machen die restlichen 2 % des Nährstoffgehaltes aus.

Ein Blick auf den Vitamin Haushalt lohnt sich ebenfalls: pro 100 gr sind im Fruchtfleisch ca. 90 % des Tagesbedarfs an Vitamin A und ca. 80 % des Tagesbedarfs an Beta-Carotin enthalten.

Wer also versucht sich „Low-Carb“ zu ernähren, liegt mit dem Griff zum Windengewächs sicher nicht falsch.

Die Zubereitung

Egal ob als Hauptzutat oder nur als Beilage: zuerst gilt es, die tolle Knolle zu Waschen und zu Schälen. Die weitere Verarbeitung hängt von der gewünschten Zubereitung ab.

  • Suppe: Das geschälte Fruchtfleisch würfeln und in Gemüsebrühe ca. 15 Minuten weich kochen. Mit der Brühe fein pürieren und je nach Belieben mit Sahne oder Kokosmilch abschmecken und würzen.
  • Püree: Geschälte Süßkartoffel in grobe Würfel schneiden und ca. 10-15 Minuten kochen. Abgießen und mit einem Pürierstab zerkleinern. Nach Belieben mit Salz würzen und einen Klecks Butter oder einen Schuss Kokosmilch unterrühren.
  • Spaghetti: Auch als Nudelersatz ist die köstliche Kartoffel geeignet. Einfach mit einem Spiralschneider in Spaghettiform bringen und in heißem Öl ca. 3-4 Minuten braten.
  • Ofenkartoffel: Im Ofen entfaltet die Süßkartoffel ihr besonderes Aroma noch intensiver, da der enthaltene Zucker leicht karamelisiert. Das Fruchtfleisch einfach in Pommes oder Wedges schneiden und mit etwas Öl, Salz, Pfeffer und Thymian im Ofen backen. Je nach Dicke 20-30 Minuten.

Unser Geheimtipp: Low-fat Pommes

Im Ofen werden die Pommes meist nicht so knusprig, doch es gibt einen Trick! Eiweiß in einer Schüssel halbsteif schlagen und die mit Stärke bestäubten Pommes mehrfach durch das Eiweiß ziehen. Diese auf ein mit Öl bepinseltes Backblech geben und im Ofen bei 225° ca. 20-25 Minuten goldbraun backen. Das knusprigste Ergebnis wird erreicht, wenn nach der Hälfte der Backzeit die Stifte im Ofen gewendet werden.

Dazu empfehlen wir leckere Dips, ganz nach Ihrem Geschmack!

Rezept für eine kuschelige Süßkartoffel-Karotten-Suppe

Zutaten für 4 Portionen

  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 4 mittelgroße Süßkartoffeln
  • 8 mittelgroße Karotten
  • 1 EL Ingwer
  • 4 EL Olivenöl
  • 1200 ml Gemüsebrühe
  • 2 TL Créme fraîche
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Zwiebeln, Süßkartoffeln und Karotten schälen. Zwiebeln und Süßkartoffeln würfeln, Karotten in Scheiben schneiden und Ingwer klein hacken.
  2. Öl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebelwürfel dazugeben. Kurz Anschwitzen und mit Brühe und Wasser ablöschen. Anschließend Süßkartoffeln, Karotten und Ingwer dazugeben und zum Kochen bringen. Das Gemüse ca. 15 Minuten bei halbierter Hitze köcheln lassen.
  3. Topf vom Herd nehmen und Suppe etwas abkühlen lassen, bevor der Pürierstab zum Einsatz kommt. Die Konsistenz der Suppe einfach mit Brühe oder Kokosmilch verdünnen und würzen.

Was eine tolle Knolle, finden Sie nicht auch? So viel Gutes steckt in ihr und lecker ist sie noch dazu. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Nachkochen und einen guten Appetit!

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