Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten. Beim Einräumen der frisch gewaschenen Wäsche ist man genervt vom mangelnden Platz, weil man so viel Zeug hat. Und doch hat man nie etwas zum Anziehen oder greift meist zu den gleichen Teilen, die gerne getragen werden. Da hilft nur eins: Kleiderschrank ausmisten! Doch wo fängt man an? Was darf bleiben? Und wohin mit den aussortierten Sachen?
Unsere besten Tipps zum Kleiderschrank ausmisten finden Sie hier:  

Wie geht man vor beim Kleiderschrank ausmisten?

Am leichtesten gestaltet es sich meist die Kleidungsstück-Arten nacheinander durchzuarbeiten. Das heißt zuerst alle Pullover, dann alle T-Shirts, dann Jeans/Hosen etc. Holen Sie alle Teile einer Kategorie (z.B. Pullover) aus dem Schrank und legen Sie diese auf dem Boden oder Bett ab. Bei dieser Gelegenheit kann direkt das leere Fach im Kleiderschrank abgestaubt/gesäubert werden! Anschließend sortieren Sie die Kleidungsstücke in die Kategorien Grün, Gelb und Rot:
Tipp: Halten Sie sich mit dieser Sortierung nicht zu lange auf, sondern entscheiden Sie zügig nach Gefühl!

  • Grün:
    Regelmäßig getragene Teile, die auf jeden Fall im Kleiderschrank bleiben dürfen. Diese sind meist schnell ausfindig gemacht und man kann sich an getragene Outfits damit erinnern. 
  • Gelb:
    Unsicherheit – Die Kleidungsstücke wurden selten oder gar nicht getragen, trotzdem könnte man sie ja vielleicht irgendwann doch wieder brauchen oder hängt daran. Mit dieser Kategorie beschäftigen wir uns später noch ausführlicher!
  • Rot:
    Diese Teile werden nie getragen, passen nicht, gefallen nicht mehr und es fällt nicht besonders schwer, sich von ihnen zu trennen. Weg damit!

Alles, was als Grün kategorisiert wurde, darf nun ordentlich zusammengelegt oder aufgehängt zurück in den Schrank.
Tipp: Sortieren Sie die Teile nach Farben (besonders aufgehängte Kleidungsstücke). So sehen Sie bei der Outfitwahl auf einen Blick, welche weißen Blusen Sie beispielsweise kombinieren können statt aus Gewohnheit immer zur vordersten und selben zu greifen.

Was darf bleiben?

Alles, was zuvor der Kategorie “Gelb” zugewiesen wurde, wird nun ausführlich durchgeschaut und darf entweder nachträglich in den Schrank einziehen oder wird endgültig aussortiert.
6 Tipps, um die Kategorie “Gelb” des Kleiderschranks auszumisten:

1. Vergessene Kleidungsstücke:

Es kann vorkommen, dass ein Kleidungsstück nach hinten gerutscht ist und schlicht vergessen wurde im Schrank. Wenn Sie sich beim Kleiderschrank ausmisten darüber freuen es wieder zu entdecken oder Ihnen direkt einfällt, zu welchem neueren Teil es plötzlich gut kombiniert werden kann, dann platzieren Sie dieses Teil gut sichtbar im Schrank. Achten Sie außerdem darauf, ob Sie es in nächster Zeit wirklich anziehen.

2. “Kann man bestimmt irgendwann mal anziehen”:

Das sind Kleidungsstücke, die nicht optimal passen oder doch nicht dem eigenen Stil entsprechen. Häufig sind es auch Statement-Pieces, bei denen man sich doch nicht traut sie zu tragen oder jahrelang auf den richtigen Anlass wartet. Oder aber Basics, die ewig nicht getragen wurde. Kann man bestimmt mal anziehen? Nein! Alles, was Sie länger als ein Jahr nicht getragen haben (abgesehen von Kleidern für besondere Anlässe o.ä.), werden Sie vermutlich auch nicht wieder tragen. 

3. Arbeitskleidung:

Oftmals ältere Kleidung mit kleinen Löchern oder Flecken wird zur Arbeitskleidung, vielleicht sogar mit eigenem Fach im Schrank. “Wenn wir mal streichen.” Das kann durchaus sehr sinnvoll sein, wenn die Menge etwa Ihrem Bedarf entspricht und überschaubar ist. Wie oft streichen Sie? Wie oft arbeiten Sie draußen im Garten oder nutzen Ihr handwerkliches Geschick? Wägen Sie ab und behalten eine entsprechende Menge als Arbeitskleidung.

4. “Irgendwann pass ich da wieder rein!”:

Hier geht es nicht um Hosen, die gerade im Winter mal etwas enger sitzen, aber schnell wieder perfekt passen, sondern um Kleidung, die bereits länger im Schrank liegt und deutlich zu klein ist. Gern getragene Lieblingsteile, die zu klein geworden sind als Motivation zum Abnehmen nutzen, kann funktionieren. Hier sollten Sie sich aber auf 1-3 Einzelteile beschränken. Wenn Sie so viel abnehmen, dass die Kleidung wieder ideal passen würde, sind Sie stolz und belohnen sich in der Regel eher mit neuen Teilen statt zu alten Schrankliegern zu greifen. Kleidungsstücke zu groß? Wenn Sie gesund abgenommen haben, weg mit den alten Sachen, denn dahin möchten Sie wahrscheinlich nicht zurück.

5. „Probephase“:

Bei Kleidungsstücken, die auf der Kippe zu Rot stehen, Sie sich aber einfach noch nicht trennen können, können Sie eine Art Probephase wagen. Die Teile dürfen zwar erst einmal bleiben, wurden sie aber bis zum nächsten Ausmisten (spätestens in einem halben Jahr) immer noch nicht getragen, werden sie aussortiert. 

6. Gesamtmenge:

Oftmals hilft es, den Überblick zu behalten, wie viele Kleidungsstücke insgesamt von “Gelb” wieder in den Schrank gewandert sind oder eben aussortiert wurden. Je nachdem können Sie bei einzelnen Teilen etwas mehr Gnade haben oder radikaler den Kleiderschrank ausmisten.

Wohin mit den aussortierten Sachen?

Kleiderkreisel/eBay:

Portale wie diese, auf denen einzelne Produkte von Ihnen angeboten werden, empfehlen sich vor allem für gut erhaltene Kleidung, oftmals Markenkleidung, die teuer war und bei der Sie sich noch einen Gegenwert erwünschen

    • PRO:  Shoppingkasse für Neues auffüllen 
    • CONTRA: Zeitaufwand durch Fotografieren der Artikel (ca. 5 Fotos pro Teil), Beschreibung, Verpacken, Versand, Bewertungen etc.
    • TIPP: Je detaillierter Beschreibung & Fotos, desto besser sind die Verkaufschancen

Flohmarkt

In den meisten Städten gibt Fashion Flohmärkte oder auch “normale” Flohmärkte bei denen Kleidung in der Regel relativ günstig verkauft wird

    • PRO: Bietet sich auch für Fast Fashion Marken oder Kleidung aus dem günstigeren Preissegment an; Sie können viele Teile auf einmal loswerden (in Portalen längere Verkaufszeiten); wenig Zeitaufwand (i.d.R. ein Tag für den Flohmarkt, wenn bereits aussortiert ist)
    • CONTRA: Käufer erwarten auf Flohmärkten häufig niedrige Preise
    • TIPP: Gestalten Sie Ihren Stand ansprechend; präsentieren Sie Accessoires an entsprechenden Ständern; bieten Sie eine “Wühlkiste” mit Teilen für 2€ o.ä. an!

Kleidersammlung/Altkleider-Container

Sicher gibt es auch in Ihrer näheren Umgebung einen Container zu Altkleider-Sammlung. Häufig werden auch Kleidersäcke ausgeteilt und nach einiger Zeit befüllt eingesammelt. Die Kleidersammlung ist die perfekte Möglichkeit, wenn Sie nicht darauf angewiesen sind, Geld für die aussortierten Kleider zu bekommen

    • PRO: Einfache Möglichkeit, um Menschen zu helfen; wenig Aufwand
    • TIPP: Geben Sie nur Teile in die Altkleider-Sammlung, die noch gut getragen werden können!

Wir hoffen, wir konnten Sie motivieren sich in nächster Zeit auch Ihren Kleiderschrank vorzunehmen. Sortieren Sie am besten regelmäßig, mindestens 2x jährlich aus. So können Sie leicht beurteilen, was in der Zwischenzeit getragen wurde. Lernen Sie auch sich von Sachen zu trennen! Weitere Inspirationen, wie ein organisierter Kleiderschrank aussehen kann und alle Tipps auf einen Blick gesammelt, finden Sie auch auf unserer Pinterest Pinnwand!

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